Zwei geschichtsträchtige Bauten thronen in den Wäldern von Bad Dürkheim – Rundweg von Bad Dürkheim zur Ruine Limburg und zur Schloss- und Festungsruine Hardenburg

Hoch über der Stadt, am westlichen Ausläufer von Bad Dürkheim, thront auf 250 Metern eine Burgruine, die es an Größe, Alter, aber auch am Grad der Zerstörung gut mit dem Heidelberger Schloss aufnehmen kann. Was den Wittelsbachern am Neckar widerfahren ist, bekamen auch die Herren von Leiningen und ihr Volk bitter zu spüren, als die französischen Truppen von 1690 bis 1697 bei ihrem Raubzug durch die Pfalz eine Spur der Verwüstung hinterließen. Minensprengungen haben selbst meterdicke Türme zum Einsturz gebracht und zerrissen. Wie in Heidelberg, kennzeichnet das Ausmaß jener Zerstörungskraft bis heute auch das Bild der Ruine Hardenburg, die zu den beliebtesten Ausflugszielen in der vorderen Pfalz gehört. Wer die Mühe nicht scheut, über die nur schwach ausgeleuchteten Stufen der Wendeltreppe in der Ruine des Westbollwerks hinaufzusteigen, wird, auf der Aussichtsplattform angekommen, mit einem wunderbaren Blick belohnt. Vor dem Betrachter breitet sich eine auf mehreren Ebenen miteinander verbundenen Schloss- und Verteidigungsanlage aus, die vom Tor-Rondell, dem jetzigen Eingangsbereich zur Burganlage, dem gegenüberliegenden Gefängnisturm und dem heute noch fast 18 Meter hohen Kugelturm begrenzt wird. Dahinter schließt sich ein Renaissancegarten an, dessen Ausdehnung sogar den Schlosshof übertrifft.

Den Grafen von Leiningen wird nachgesagt, dass sie dem luxuriösen Leben nicht abgeneigt gewesen seien, was sich auch in einer nie enden wollenden Ausbautätigkeit der Festung widerspiegelt. „Mit der Ernennung Friedrich I. von Leiningen zum Landvogt im Speyergau übernehmen die Grafen 1205 den Schutz des Benediktinerklosters Limburg“, verrät der Schlossprospekt. Eine Vorstellung von dem verloren gegangenen Glanz und von der architektonischen Vielfalt bietet der Trailer, der im 2012 eröffneten Informationszentrum auf einer Großbildleinwand gezeigt wird. Ein Konstruktionsfilm lässt die Burg in seiner ursprünglichen Pracht auferstehen und haucht ihr gut zehn Minuten lang ein virtuell konstruiertes Leben ein.

Für eine ausgedehnte Wanderung bietet sich die Verbindung durch den Wald mit der Klosterruine Limburg an, die auf dem gegenüberliegenden Berg sichtbar wird. Die ursprünglich im 9. Jahrhundert von den Saliern als Burg errichtete Anlage wurde im 11. Jahrhundert zum Benediktinerkloster umgewidmet. Wo heute im Sommer Freilichtlichtaufführungen Besucher aus Nah und Fern anlocken, lagerten im Mittelalter die Reichsinsignien, der größte Schatz des Heiligen Römischen Reichs. Die Wegbeschreibung beginnt auf dem Parkplatz unterhalb der Klosteranlage. Am Ende des vorgelagerten Parkplatzes führt ein beschilderter Pfad (gelbes Schild mit blauem Querbalken) leicht abfallend durch den Wald in Richtung Schlangenweiher, der nach etwa einem Kilometer auftaucht. Vorbei am Teich, steigt der Weg wieder an und führt auf 3,5 Kilometer den nächsten Berg hinauf. Rechts unten im Tal werden die Häuser der Stadtteile von Bad Dürkheim, Hausen und Schlangental, sichtbar. Auf dem etwa einstündigen Weg durch einen dichten Mischwald fallen besonders die großen, mit Moos bewachsenen, Gesteinsformationen auf. Am Eingang der Hardenburg angekommen, lädt kurz davor die Lindenklause zur Rast mit regional typischen Kurzgerichten ein. Der Hunger lässt sich für weniger als zehn Euro mit Saumagen oder Pfälzer Grumbeere mit Bratkartoffeln und Leber- und Blutwurst stillen. Geöffnet hat die Lindenklause, die auch draußen Sitzgelegenheiten vorhält, von Mittwoch bis Sonntag ab 10 Uhr, dies so lange, bis der letzte Gast geht. Als Rückweg zur Klosterruine empfiehlt es sich, denselben Weg zu wählen oder eine etwas längere Route, die mit einem schwarzen Punkt auf blauem Balken, allerdings weniger gut, markiert ist. Der Pfad beginnt hinter der Lindenklause und verläuft parallel etwas tiefer im Wald als der beschriebene Hinweg.

 Die Ruine Hardenburg ist über die A 6 (Mannheim – Saarbrücken) über die Ausfahrt Grünstadt; dann auf der Bundesstraße 271 Richtung Bad Dürkheim erreichbar. Im Stadtzentrum geht es weiter über die B 37 in Richtung Wachenheim an der Weinstraße. Die beschilderte Abfahrt zur Klosterruine Limburg kommt vor der Wegführung zur Hardenburg im gleichnamigen Stadtteil. Als Fußweg zwischen den beiden Sehenswürdigkeiten empfiehlt die Tourist Information Bad Dürkheim einen gut zehn Kilometer langen Rundweg, der die beiden Sehenswürdigkeiten über die „Dicke Eiche“ miteinander verbindet.

Bildergalerie

Ähnliche Artikel