Weinanbau und Stadtgeschichte prägen das Bild der historischen Altstadt von Volkach
Wenn die Rede ist von den Regionen in Deutschland, die besonders stark von der Sonne verwöhnt werden, zählen der Bodensee und die Bergstraße zu den Zuerst genannten. Da ist aber auch noch die Kleinstadt Volkach im südöstlichen Unterfranken. Ihrer besonderen Lage in der Maingauklimazone verdankt sie es, dass die mittlere Tagesmaximaltemperatur bei 13,6 Grad liegt und damit nur um 0,1 Grad höher als am Bodensee. Als eine der trockensten und wärmsten Zonen Deutschlands verfügt Volkach die besten Voraussetzungen für den Weinanbau. Muschelkalk, Lösslehm, Sand und anmoorige Böden stehen für die Bodenbeschaffenheit der Mainschleife, die von Westen an die Stadtgrenze heranführt. Dabei handelt es sich um die größte Flussmäanderlandschaft von Bayern, die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. Die steilen Prallhänge und flachen Gleithänge eignen sich hervorragend für die Rebenzucht.
Mit rund 4.500 Einwohnern bildet die Kerngemeinde das Zentrum einer ländlich geprägten Region, die aus 19 Gemeindeteilen besteht. Ein Rundgang durch die in großen Teilen erhaltenen historischen Altstadt spiegelt die Kultivierung von Weinreben und die Vermarktung der Weine wider, die im 8. Jahrhundert ihren Anfang genommen hat. Fischgrätenartig führen ein gutes Dutzend Gassen von beiden Seiten auf die zentrale Hauptstraße, die, eingebettet in Reste der historischen Stadtmauern, von zwei mächtigen Türmen begrenzt wird. Das Untere Tor (im Volksmund Gaibacher Tor oder Krakenturm) wurde im 13. Jahrhundert erbaut und im 16. Jahrhundert erweitert. Nach wenigen Schritten erreichen wir das 1605 als fürstbischöflicher Amtssitz des Julius Echters von Mespelbrunn erbaute Gebäude. Es wird heute, wie so einige der historisch wertvollen Häuser, als Hotel und Restaurant genutzt. An zentraler Stelle in der Hauptstraße ragt die Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus mit ihrem 54 m hohen Kirchturm in die Höhe, deren Baubeginn auf 1413 datiert ist. Rechts daneben befindet sich der Marktplatz, umgeben von Bürgerhäusern im Fachwerkstil, mit de m1544 erbauen Rathaus. Architektonisch stechen die Außentreppe und der sogenannte Verkünd-Erker mit Fachwerk hervor.
1840 erhielt die Stadt eine Poststation, für die das um 1770 im Rokoko-Stil erbaute Bürgerhaus steht, die ehemalige Posthalterei. Mit der Postexpedition siedelten sich in den folgenden Jahren mehrere Banken an. 1892 wurde die Volkacher Mainbrücke fertiggestellt und mit der ausgebauten Mainschleifenbahn erfolgte 1909 der Anschluss an die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen. Nach wenigen Schritten durch die belebten und von Restaurants und Cafés, Vinotheken und Geschäften des Einzelhandels geprägten Hauptstraße gelangen wir an das Obere Tor, das ebenfalls im 13. Jahrhundert entstanden ist. Es diente einst auch als Gefängnis der Stadt. 1950 wurde rechts neben der Tordurchfahrt eine Fußgängerpassage errichtet, um die Verkehrssituation zu entschärfen. Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, kann in der Touristinformation im Rathaus die Teilnahme an einem geführten Altstadtrundgang „Von Tor zu Tor“ buchen. Auf eigene Faust unternimmt der Weinliebhaber eine Vinotheken-Tour, die unter dem Motto „Ganz in weiß – Silvaner, Sauvignon Blanc, Riesling & Co.“ angeboten wird. Tickets sind in der Touristinformation erhältlich. Per QR-Code lassen sich die Altstadt-Schönheiten auch auf das Smartphone herunterladen: www.denkmalroute.de.
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